Strukturbezogene Psychotherapie


"Strukturbezogene Psychotherapie und Mentalisierung - hilfreiche Ansätze auch in der Psychotherapie mit gehörlosen Menschen?"

Der Ansatz der strukturbezogenen Psychotherapie (nach G. Rudolf) sowie das Konzept der Mentalisierung (nach P. Fonagy et al.) sind neuere Ansätze für das Verständnis und die Behandlung von Menschen mit sogenannten strukturellen Störungen. Diese Menschen verfügen nur unzureichend über psychische Funktionen, die für die Organisation des Selbst und seiner Beziehungen erforderlich sind. Solche strukturellen Störungen sind meist die Folge frühkindlicher Beziehungsstörungen: die Entwicklung der selbstreflexiven Funktion ist abhängig von einem ausreichenden Austausch und der Versprachlichung emotionaler Vorgänge in der Mutter-Kind-Beziehung.

„Wenn das Kind im Rahmen seiner Entwicklung die Fähigkeit zur Mentalisierung
entfaltet, kann es nicht nur auf das Verhalten anderer Personen reagieren, sondern auch auf sein eigenes Bild anderer, d.h. auf deren Gefühle, Wissen, scheinbare und wirkliche Absichten usw. Indem das Kind anderen Personen mentale Verfassungen zuschreibt, gibt es deren Verhalten Bedeutung und macht es vorhersagbar.“ (Fonagy und Target 2002c) Wir wollen diese Konzepte aus dem  Fahrwasser der Bindungsforschung im Workshop vorstellen und dann vor allem diskutieren, inwiefern sie für die therapeutische Arbeit mit gehörlosen Menschen hilfreich und anwendbar sind.

Leitung: Katharina Schulz (h, Dipl.-Psych.) und Heide Schweitzer (h, Dipl.-Psych.) haben langjährige Erfahrungen in der psychologischen Beratung mit gehörlosen Menschen im Arbeitsleben und arbeiten jetzt als Psychotherapeutinnen in fortgeschrittener Ausbildung in Berlin bzw. Köln.

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